Das Berufsbild Pferdewirt gehört ebenso wie der Landwirt, der Forstwirt, der Gärtner oder der Tierwirt allgemein zu den so genannten grünen Berufen. Der Beruf ist eng mit dem Tier und der Natur verbunden und die Arbeit findet fast ausschließlich im freien statt. Zwar gibt es in dem Berufsbild des Pferdewirtes leider nur eine sehr geringe Anzahl an Auszubildenden und eine erschreckend geringe Anzahl an fertig ausgebildeten Pferdewirten, dies macht die Vermittlungschancen in diesem Berufsbild aber außerordentlich gut, wenn man es geschafft hat die Ausbildung abzuschließen.
Insgesamt erfreuen sich die grünen Berufe generell einer überdurchschnittlich guten Vermittlungschance und einer regen Nachfrage, was nicht zuletzt auf das allgemeine Umdenken im landwirtschaftlichen und ökologischen Bereich zurückzuführen ist.
Leider brechen viele Auszubildende zum Pferdewirt ihre Ausbildung schon recht früh ab und wieder einige bestehen die Prüfung nicht, es ist also durchaus sinnvoll sich vorher sehr genau über das Berufsbild zu informieren und ggf. ein Prakitkum in diesem Beruf zu absolvieren bevor man sich für die Ausbildung entscheidet. Denn die Arbeit als Pferdewirt ist körperlich sehr anspruchsvoll und nur selten bleibt es bei einer Vierzig-Stunden-Woche in der Realität arbeiten Pferdewirte leider oft mehr und nicht selten zu Dumpinglöhnen.
Wer seine Jobchancen aber weiter steigern will und zusätzliche Qualifikationen vorweisen möchte kann die Ausbildung zusätzlich mit einem Studium kombinieren. Hier bietet sich zum Beispiel ein Studium der Agrarwissenschaften an.
Dies bietet weitere Aufstiegschancen und verspricht auch ein besseres Startgehalt, dennoch sollte man sich darüber bewusst sein dass auch mit abgeschlossenem Hochschulstudium die grünen Berufe also beispielsweise die Arbeit mit Pferden immer mit hohen körperlichen Anstrengungen und Belastungen verbunden sein werden.
Wer lieber in eine andere Richtung gehen möchte, sollte einen Blick auf die Jobchancen im Bereich Reittherapie und therapeutisches Reiten also die so genannte Hippotherapie werfen. Diese gilt als Ergänzung zur normalen Krankengymnastik in der Physiotherapie. Um Reittherapeut zu werden steht dem Interessierten aber ein langer Weg bevor. Man benötigt zunächst eine staatlich anerkannte Physiotherapeuten-Ausbildung und kann sich dann durch weitere Qualifikationen ausbilden um auch eine Hippptherapie anzubieten. Es ist allerdings umstritten ob dieser Einsatz in einem geeigneten Verhältnis zum Ergebnis steht, da die Hippotherapie in Deutschland noch nicht sonderlich verbreitet ist und die Kosten für die Therapie als Ergänzung zur Krankengymnastik in der Physiotherapie zum Beispiel bei Entzündungen im Wirbelsäulenbereich auch nur in seltenen Fällen von der Krankenkasse übernommen wird, entsprechend entscheiden sich zur Zeit noch nicht viele Patienten für eine Hippotherapie.