Das Pferd ist ein Nutzutier, dass uns nicht nur in Europa schon seit der Zeit vor dem Mittelalter begleitet, sondern dessen historischer Ursprung im Orient und in Asien noch viele Tausend Jahre weiter zurück geht. Es ist vielseitig einsetzbar, ob als Reittier das die Logistik der Menschen und das Fortkommen erleichtert, als Transporttier um ihnen Gepäck und Lasten abzunehmen oder um mit ihm beritten Kriege zu bestreiten. Außerdem findet es als Arbeitstier in der Landwirtschaft Einsatz und wurde vor Einführung des Automobils gerne als Zugtier vor Kutschen aber auch Straßenbahnen gespannt.
Die Liebe zum Pferd drückten die Menschen in vielen Sagen und Legenden aus. So gibt es im Islam zum Beispiel das Pferd Burq auf dem der Prophet Mohammed in den Himmel geritten ist, in der griechischen Mythologie findet man das geflügelte Pferd Pegasus, dass auch ein beliebtes Wappentier darstellt sowie den Zentaur, ein Mischwesen mit dem Oberkörper eines Menschen und den Beinen eines Pferds, der ebenfalls der griechischen Mythologie entstammt. Zwischen dem orientalischen Mythos vom Pferd Buraq und dem Pegasmus aus der griechischen Mythologie gibt es viele Parallelen was auf einen Austausch der Kulturen hinweist. Die Tatsache, dass Buraq geflügelt ist deutet auf Pegasus hin, doch zum anderen wird Buraq im Islam auch häufig mit einem menschlichen Kopf dargestellt was Parallelen zum Zentaur aufweist.
Noch heute ziert das so genannte Sachsenross das Wappen des Bundeslandes Niedersachsen und auf dem Wappen von Nordrhein-Westfalen finden wir neben dem Rhein (links) und der Lippe-Blüte (unten) auch das westfälische Pferd wieder.
Zudem ist das Pferd ein beliebtes Wappen vieler kleiner deutscher Städte besonders in Sachsen und Baden-Württemberg. Auch die Stadt Schwerin trägt noch heute ein Pferd auf dem Wappen.
Wir unterscheiden zwischen verschiedenen Pferderassen, grob lassen sie sich zunächst einmal in Warmblüter und Kaltblüter unterteilen. Die sogenannten Vollblüter sind eine Art Zwischending zwischen Warm- und Kaltblütern. Ein Pferd, dass nicht komplett Vollblut ist aber mindestens 50% Vollblutanteil besitzt bezeichnet man im Fachjargon als Halbblut.
Halbblüter sind zum Beispiel Traber, Pferde die darauf gezüchtet wurden besonders schnell zu traben.
Kaltblüter sind Pferde mit viel Körpermasse und einem ruhigen Temperament. Sie finden besonders als Zugpferde Einsatz und zogen in der Vergangenheit zum Beispiel Straßenbahnen oder Bierwagen. Viele deutsche Pferdezuchten haben sich allerdings auf die Zucht von Warmblütern spezialisiert, da sich diese eher als Reitpferde eignen. Besonders in Westfalen haben diese eine sehr lange und weit zurückreichende Tradition, so kommt zum Beispiel die zweit größte Warmblutzucht der „Westfale“ aus der kleinen Stadt Warendorf im westfälischen Münsterland.
Neben dieser groben Einteilung gibt es aber noch eine ganze Reihe an anderen Pferderassen und Arten, die sich noch spezieller bestimmen und unterteilen lassen. So gibt es zum Beispiel das Arabische Vollblut, den Anglo-Araber oder die englischen Vollblüter. Das mongolische Pferd ist übrigens ein besonders kleines Reitpferd, welches schon die Truppen von Dschingis Khan zu schätzen wussten.
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